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DIE GESCHICHTE UND DIE TRADITION DER GLASHERSTELLUNG AUS MURANO

Die Geschichte

Schon seit immer wird die Glasbläserkunst durch die Stadt Venedig dargestellt und bedeutet für die gleiche eine wichtige wirtschaftliche Aktivität. Das älteste Dokument, welches uns noch heute noch in Bezug auf die Glasherstellung zur Verfügung steht, stammt aus dem Jahr 982 und bezieht sich auf eine Schenkungsurkunde: Aufgrund des folgenden Urkundendatums wurde im Jahr 1982 offiziell das tausendjährige Bestehen dieser venezianischen Glasherstellung gefeiert. Viele Unterlagen und Urkunden stammen aus dem Jahr 1200 und bezeugen den Zusammenschluss diverser Brennereien entlang dem Rio dei Vetrai in Murano, dort wo sich auch noch heute die ältesten Arbeitsstätten befinden. Im Jahr 1450, aber auch Dank der Kunst und dem Talent von Angelo Barovier, einem Glasermeister aus einer antiken Familie, zeichnet sich die Evolution der Arbeitstechniken für die Glasherstellung ab, die sich besonders in den darauffolgenden zwei Jahrhunderten weiterentwickelten und somit zur erstklassigsten und anschaulichsten Glasherstellung wurde. Im XVI. Jahrhundert erreichte die Glasbläserkunst in Murano ihren Höhepunkt: Die Techniken wurden immer mehr verbessert und die Materialien, dank der Erfahrungen aus dem vierzehnten Jahrhundert, widmeten sich die Glasermeister der Forschung und der Perfektionierung der diversen Formen und Dekorationen der Artefakten. Die Glasherstellung wurde somit immer aufwendiger und präziser, die Formen immer wesentlicher und leichter, die sich vor allem dazu eigneten, um die Tische der reichen Europäer, zu schmücken. In der gleichen Epoche entwickelte sich eine Art industrielle Spionageform zwischen den unterschiedlichen Brennereien, um sich gegenseitig die Geheimnisse der Glasherstellung aus Murano, zu stehlen. Die Republik entwickelte aus diesem Grund einer künstlerischen Anerkennung für die Glasermeister, d.h. Glasermeister, die eine Neuheit in der Glasbearbeitung einführten wurden mit dieser Auszeichnung belohnt. Ziel dieser Anerkennung war die künstlerischen Innovationen aus dieser Epoche zu schützen wie zum Beispiel die Erfindung der Filigrane-Techniken. Die zugewiesenen Privilegien hatten eine zeitliche Dauer, eine Verfallsfrist und nach dieser Frist konnten alle Glasermeister diese Bearbeitungstechnik verwenden. Die Behörden versuchten auch die Emigration der Glasermeister einzuschränken sowie den Export der Technologie: Im Jahr 1605 wurde das Libro d’Oro (das Goldene Buch) verfasst, welches die Namen der Mitglieder der Magnifica Comunità di Murano (Gemeinschaft von Murano) beinhaltete und damals zu den Adeligen der Glasermeister dieser Insel gehörten. Im XX. Jahrhundert war es den Glasermeister aus Murano möglich den Entwicklungen der künstlerischen zeitgenössischen Bewegungen zu folgen und widmeten sich vor allem dem differenzierten Kunsthandwerk sowohl auch den Experimenten der eigenen Kunst unter Beachtung der tausendjährigen Tradition, welche das Murano-Glas, als ein einzigartiges, wertvolles und unnachahmliches Produkte, darstellte.

Die Glasverarbeitung

Das venezianische Glas ist natriumhaltig, so wie es die antike mediterrane Tradition vorsieht. Das heißt, dass zusätzlich zur Kieselerde, einem Sand mit dem man durch einen Schmelzprozess Glas herstellt, auch Natrium hinzugefügt wird, um das Schmelzen bei geringeren Temperaturen, zu ermöglichen. Das Kaliumcarbonat, in Alternative zum Natrium, welches typisch für die nördlichen Länder ist, bildet ein glänzendes Glas, das sich vor allem für das Glasschleifen und die Ätzung eignet (so wie das englische Bleiglas), aber nicht für die komplizierten Warmbearbeitungen, die hingegen typisch für Venedig sind. Die Mischung der Rohstoffe wird am Abend vor Arbeitsschluss zubereitet, weil die Materialvorbereitung die ganze Nacht dauert: Zuzüglich zu den zwei Hauptmaterialien wird auch ein Stabilisierungsmittel (wie das Calciumcarbonat), Bleichmitteln oder Färbemitteln und eventuell auch Mattierungsmitteln, hinzugefügt. Der Flammofen schmilzt die Rohmaterialien bei einer Temperatur von circa 1.400° und die Glasermeister finden am darauffolgenden Morgen das geschmolzene Fertigmaterial für die Glasherstellung. Die Glasmasse bleibt bis zu einer Temperatur von 500° plastisch. Die Arbeitsgruppe besteht aus einem Team, welches ferner aus Hilfsarbeitern und Gesellen besteht, und vom Meister koordiniert wird. Das Kunstwerk kann daraufhin kalt von Experten bearbeitet werden, die zum Abschleifen oder anderen Endverarbeitungen übergehen; die figurative Ätzung wird in einem eigenen Arbeitsbereich durchgeführt, dort wo spezialisierte Gestalter arbeiten. Sollte eine Dekoration vorgesehen sein, dann wird eine Glasur verwendet. Der Gegensand kommt daraufhin in eine weitere Arbeitsstätte, in der der Farbauftrag und das Glasurglühen durchgeführt werden.

Die Techniken

Geblasenes Glas

Die Erfindung des geblasenen Glases stammt aus dem I. Jahrhundert n.Chr. entlang des mediterranen Küstenstreifens und blieb eine wichtige Aktivität in der gesamten Glasergeschichte. Vor allem in Venedig ist die Glasbläserei eine privilegierte Technik der Glasermeister auf erhobenem Niveau. Die Glasermeister aus Murano haben ab dem Mittelalter eine außergewöhnliche Fähigkeit in der Warmbearbeitung entwickelt, erfanden neue Techniken und stellen elegante und raffinierte Formen her. Unter all diesen Techniken ist die wichtigste die Filigrane-Technik: mit netzartiger Brandeinschmelzungen oder gedrehten Glasfäden, deren Ursprung aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammt und einen geklöppelten Effekt im Inneren der Glasseiten kreiert.

Ätzen

Diese Technik wird vor allem bei farblosem Kristall oder leicht gefärbtem Kristall mit zwei Modalitäten verwendet: Graffito mit einer Diamantspitze und Rundätzen (diese hier zuletzt genannte Technik wird mit einer kleinen Metallkugel tief liegend geätzt).

Lampen

Angefangen vom Mittelalter bis hin zum siebzehnten Jahrhundert war die Kollektion „Cesendello“ das erste raffinierte Beleuchtungssystem in Wohnungen und Kirchen: Es handelte sich um einen länglichen Behälter, d.h. einen hängenden Behälter, der mit Wasser und auf der Oberfläche mit Öl gefüllt wurde sowie mit einem Öldocht versehen war. Eine wichtige Neuheit stammt aus dem XVIII. Jahrhundert d.h. die Erfindung der „Ciocca“, eine Kristalllampe, die mit Kerzenhaltern und geblasenen Glaselementen sowie mehrfarbigen Glasblumen und anderen hängenden Elementen, dekoriert war: Diese Lampe belegt heute noch einen wichtigen Platz in der Produktion von Murano-Glaslampen.

Glasperlen

Die einfachsten Perlen: Runde Kugeln oder mit scharfen Kanten, die durch gelochte Rohre, die in die Brennöfen mit einer Länge von duzenden von Metern gezogen werden, erzeugt werden. Die Handarbeit wird besonders in der sogenannten Lichterbearbeitung hervorgehoben: Eine ungelochte Glasröhre wird durch die Hitze des Feuers erwärmt, anschließend wird dieses Rohr um einen Metallstab gebunden, damit den Perlen die gewünschte Form gegeben werden kann und am Ende mit mehrfarbigem Glas dekoriert.

Murrina

Eine antike Technik, die vor der Glasbläserei entwickelt wurde, wurde im XIX. Jahrhundert fast nach zweitausend Jahren der Unverwendbarkeit, erneut wiederentdeckt. Diese Technik besteht aus einem Schmelzvorgang von einfarbigen Karten oder Abschnitten oder mehrfarbigen Glasrohren, je nach gewünschtem Muster, um ein wunderschön farbiges Glasdesign, zu erhalten.

Skulptur

Die technischen Schwierigkeiten, die sich auf die Modellierung der schweren und glühenden Glasmassen beziehen wurden ab der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts in Angriff genommen. Heute belegt die bildhauerische Kunst, zu denen die bekanntesten und berühmtesten Glasermeister aus Murano zählen, eine wichtige Position in der Herstellerbranche des Murano-Glases.

Die Lampentechnik

Diese Technik wird durch die Verwendung von halbfertigen Glasrohren durchgeführt, die mittels eines Lötbrenners weichgemacht werden. Diese Technik ermöglicht die Verwirklichung von Gegenständigen jeglicher Formen.

Kristallwaren

Bis zum Mittelalter war das Tafelgeschirr ein typisches Produkt der Glasfabriken von Murano. Heute arbeiten die bekanntesten Designer mit den Glasfabriken zusammen, um die zeitgenössischen Modelle zu verwirklichen.

Spiegeln

In den vergangenen Jahrhunderten wurden die per Handarbeit in Murano erzeugten Glasplatten (erhalten durch das Öffnen eines geblasenen Zylinders) in den venezianischen Spiegelwerkstätten verarbeitet. Die Tradition wurde beibehalten und die kunsthandwerklichen Experten der Spiegelverarbeitung brachten die raffiniertesten dekorativen Techniken an, um die Qualität der antiken Erzeugnisse gleichzustellen.

Glasurdekoration

Es handelt sich um eine ornamentale Malerei, welche mit und auf dem Material durchgeführt wird und die gleichen Bestandteile der Glaswand, auf der diese Dekoration angebracht wird, formt. Diese Technik hat eine islamische und byzantinische Herkunft, weil die Glasurkunst in Murano sich im XIII. Jahrhundert entwickelte.